Gehen die Kinder wirklich bei jedem Wetter in den Wald?

Nicht bei Sturm oder Orkan. Ansonsten aber ja. Bei Regen, Sonnenschein, Nebel, Schneefall usw. Ohne die entsprechende Kleidung ginge das natürlich nicht. Deshalb gehören vor allem in den Herbst- und Wintermonaten Buddelhose, Regenjacke, Handschuhe und Wollunterwäsche zur Standardausrüstung eines jeden Kindes. Bei Minustemperaturen achten die Erzieherinnen darauf, dass es ausreichend Bewegungsspiele gibt. So bleiben die Kinder warm.

Was wird gegen den Fuchsbandwurm unternommen?

Der Gefahr des Befalls durch den Fuchsbandwurm (Eier auf Beeren und Pilzen) wird durch Händewaschen vor den Mahlzeiten begegnet. Die Kinder werden angehalten, keine Beeren oder Früchte aus dem Wald zu verzehren.

Wo gehen die Kinder aufs Klo?

Feste Toiletten gibt es auf der Jugendfarm.

Im Wald suchen die Kinder einen Platz auf, der entfernt vom Spielbereich ist. Für das “große Geschäft” graben sie mit einem Erzieher ein Loch, das hinterher wieder zugeschüttet wird. Zum Händewaschen wird ein Campingbehälter bzw. im Winter eine Thermoskanne mit warmem Frischwasser mitgeführt. Selbstverständlich helfen die Erzieherinnen den Kindern, wenn mal eine Schnalle oder ein Knopf nicht aufgehen und sie geben Tipps, wie Toilette im Wald bestens funktioniert. Sollte je einmal was in die Hose gehen, hat jedes Kind einen Beutel mit Wechselklamotten im Bauwagen.

Sind Waldkindergartenkinder häufiger krank, da sie auch bei Regen und Kälte im Freien spielen?

Nein, es sind keine Berichte bekannt, die diese Annahme bestätigen. Im Gegenteil: Forscher und Pädagogen haben in Schweden über ein Jahr den Kindergartenalltag von drei bis sechsjährigen Kindern beobachtet. Während die Krankheitsfälle im herkömmlichen Kindergarten 8% betrugen, lagen diese im Waldkindergarten bei unter 3%. Aus medizinischer Sicht ist der regelmäßige Aufenthalt in der Natur eine Notwendigkeit. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem gestärkt und die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten verringert. Die überheizten Räume, in denen wir leben, spielen und arbeiten, behindern diesen Effekt.

Die Ansteckungsgefahr der Kinder untereinander ist an der frischen Luft geringer. Die Bewegung auf unebenem und ständig wechselndem Grund kräftigt die Muskulatur und fördert die Körperbeherrschung. Die Kinder können ihren Bewegungsdrang ungehindert ausleben. Dadurch wird die körperliche Fitness gefördert und Aggressionen abgebaut.